Wassergewinnung Trinkwasser wird beim Wasserverband Treene wie in allen Wasserwerken Schleswig-Holsteins zu 100 Prozent aus Grundwasser gewonnen. Damit die natürliche Verfügbarkeit der Grundwasserressourcen auch für kommende Generationen sichergestellt ist, nimmt die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser in der Bundesrepublik Deutschland den höchsten Stellenwert ein. Der Wasserverband Treene setzt sich aktiv für den Schutz der Wassereinzugsgebiete ein. Die Grundwasserentnahme durch den Wasserverband Treene steht im Einklang mit den örtlichen Gegebenheiten und basiert auf umfangreichen hydrogeologischen Gutachten.

Die Förderung des Grundwassers, im Sprachgebrauch der Wasserversorger Rohwasser genannt, erfolgt gegenwärtig durch 10 Förderbrunnen, die in Tiefen zwischen 100 und 120 Meter reichen. Jeder Brunnen ist mit einer Unterwasserpumpe ausgestattet, die über eine Förderleistung von 100 m³/Std. verfügt. Über Sammelleitungen gelangt das geförderte Rohwasser von den Brunnen in das nahegelegene Wasserwerk.

Die Qualität des Grund- bzw. Rohwassers ist gut. Es ist bakteriologisch und hygienisch einwandfrei und weist keine auffallenden Eigenschaften auf, die eine Aufbereitung wesentlich erschweren könnten. Versickerndes Niederschlagswasser nimmt auf seinem Weg durch die verschiedenen Bodenschichten eine Reihe von Stoffen auf. Mineralstoffe lösen sich im Wasser auf und reichern es an. Dazu zählen Calcium und Magnesium als Härtebildner ebenso wie Eisen und Mangan. Das alles sind Naturstoffe, die im Wasser gelöst keinesfalls gesundheitsschädlich sind.

Wie fast alle Grundwässer im Norddeutschen Raum hat es einen erhöhten Eisen- und Mangangehalt, der in natürlichen Aufbereitungsverfahren auf weniger als 0,01 mg/l verringert wird. Bei der Wasseraufbereitung werden technische Reinigungsverfahren genutzt, die den natürlichen, im Boden ablaufenden Reinigungsprozessen der Oxydation und Filterung sehr ähnlich sind.

Acht zweistufige Etagenfilter mit bayerischem Quarzkies bereiten 800 m³/Std. Trinkwasser auf. Jedem Filter ist ein Voroxydator zugeordnet, der das Rohwasser mit Sauerstoff anreichert. Die Enteisenung des Wassers beruht auf der Überführung des gelösten Eisens in die unlösliche Form des Eisenoxydhydrats. Es handelt sich dabei um einen Oxydationsvorgang unter Sauerstoffaufnahme. Die Entmanganung vollzieht sich ähnlich. Nach Aufnahme von Sauerstoff entstehen im Wasser Manganhydroxyde, die sehr schnell in Mangandioxyd übergehen. Um Mangan im pH-Bereich zwischen 7,2 - 8,2 durch Filtration auszuscheiden, bedient man sich der katalytischen Wirkung von Kies mit Braunsteinbelag. Ebenso wesentlich sind jedoch biologische Absoptionsvorgänge durch eisen- und manganspeichernde Bakterien.

Da in Spitzenverbrauchszeiten teilweise über 1.000 m³/Std. Trinkwasser an die Verbraucher abgegeben werden, ist eine Bevorratung von Trinkwasser unerläßlich. Nach der Aufbereitung gelangt das Trinkwasser in drei Reinwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von zusammen 5.450 m³. Die Reinwasserbehälter werden in verbrauchsschwachen Zeiten, vor allem Nachts, aufgefüllt.

Doppelflutige, drehzahlgesteuerte Kreiselpumpen entnehmen das Trinkwasser aus den Vorratsbehältern und fördern es mit einem Druck von bis zu 8 bar in die Versorgungsleitungen, damit es an allen Abnahmestellen im Versorgungsgebiet mit einem ausreichenden Druck gezapft werden kann.

Damit ein großes Maß an Versorgungssicherheit erreicht wird, sorgen zwei Notstromaggregate dafür, daß bei Ausfall der Stromversorgung der Betrieb im Wasserwerk aufrechterhalten werden kann.