Verbandsgründung

Der sonnenüberflutete Sommer des Jahres 1959 mit einer einhergehenden Knappheit an Trink- und Brauchwasser-Ressourcen im Amtsbereich des damaligen Amtes Ostenfeld gab allen Anlaß dazu, daß sich der Amtsausschuß ernsthaft mit der Frage einer zentralen Wasserversorgung zu beschäftigten hatte. Der Amtsausschuß beriet nach dem Sommer 1959 sehr eingehend über die Sicherstellung der Wasserversorgung seiner Einwohner in den Gemeinden Ostenfeld, Winnert und Wittbek.

Einem Aktenvermerk des damaligen Marschenbauamtes Husum zu Folge waren im südlichen Teil des Kreises Husum 23 Gemeinden und im westlichen Teil des Kreises Schleswig 22 Gemeinden seinerzeit ohne ausreichende zentrale Trink- und Brauchwasserversorgung. Die Grundwasservorkommen der in diesem Raum bereits vorhandenen Wasserwerke der Stadt Husum in Rosendahl und des Wasserbeschaffungsverbandes Eiderstedt in Rantrum reichten für die Versorgung auch dieser 45 Gemeinden nicht aus.

Auf Antrag der interessierten Gemeinden, insbesondere aber der Gemeinden Ostenfeld, Winnert und Wittbek, hat das Marschenbauamt Husum bereits im Jahre 1962 umfangreiche hydrogeologische Untersuchungen durchgeführt, um ein geeignetes neues Grundwasservorkommen zu erschließen. Im Rahmen der hydrogeologischen Vorarbeiten wurde im Raum Osterwittbekfeld ein bis zu 80 m mächtiger mittelsandiger bis feinkiesiger, eiszeitlicher Wasserleiter erschlossen, der eine für die Versorgung von 45 Gemeinden ausreichende Ergiebigkeit versprach.

Das Einzugsgebiet des angetroffenen Grundwasserleiters hat eine Flächenausdehnung von 20 km². Der dort vorgefundene Kaolinsand mit einer durchschnittlichen Mächtigkeit von 30 bis 40 m hat ein wirksames Porenvolumen von etwa 20 %. Aus der Fläche des Grundwasserleiters und der Mächtigkeit des Kaolinsandes ergibt sich eine Grundwasserreserve von 140 Mio. m³. Das Niederschlagseinzugsgebiet für die Grundwassererneuerung ist etwa 16 km² groß. Bei einem jährlichen durchschnittlichen Niederschlagsanfall von etwa 850 mm und einer Versickerung von 30 % beträgt die Grundwassererneuerung rund 4 Mio. m³ im Jahr. Die durchschnittliche Wasserentnahme würde im Endausbau dagegen etwa 3,1 Mio. m³ im Jahr betragen.

Ein Großpumpversuch aus zwei Entnahmebrunnen erbrachte den Nachweis, daß die zur Versorgung notwendige maximale Wassermenge von rund 14.000 m³ je Tag entnommen werden konnte. Durch den erschlossenen Grundwasserleiter und einem im Zentrum der 45 Gemeinden gelegenen Wasserwerk in Osterwittbekfeld sei eine wirtschaftliche Gestaltung des Rohrnetzes möglich und die Förderkosten könnten niedrig gehalten werden.

Der Generalentwurf für das Wasserwerk und das Rohrnetz ist nach Prüfung durch das Marschenbauamt Husum am 20. November 1967 vom Landesamt für Wasserwirtschaft Schleswig-Holstein in Kiel genehmigt worden.

Der Wasserbeschaffungsverband Treene wurde daraufhin am 21. November 1968 gegründet. Die Gemeinden Ostenfeld, Winnert, Wittbek, Treia, Silberstedt, Jübek, Dörpstedt, Börm, Hollingstedt, Schwesing, Oster-Ohrstedt und Ahrenviölfeld waren die Mitgliedsgemeinden der ersten Stunde.